Ausstellungen / Termine / Messen loenic on 25 Mrz 2007 06:39 pm
The Algorists
The Algorists – Gruppenausstellung
Plotterzeichnungen von Jean-Pierre Hébert (F), Roman Verostko (USA), Mark Wilson (USA),
Manfred Mohr (D-USA), Hans Dehlinger (D)
16.03.2007 – 14.05.2007
Ausstellungseröffnung: 15.03.2007 19-21 Uhr
Achtung: Wegen Umbaumaßnahmen wird die Galerie vom 19.3.-14.4.2007 nur nach Terminabsprache zu besuchen sein.
Die Diskussion zum Thema Algorithmen, Codes und den Algorists ruft oft ein Stirnrunzeln oder einen leeren Blick hervor. Am besten versteht man einen Algorithmus als ein Schritt-für-Schritt Verfahren, nach dem sich eine Aufgabe ausführen lässt, ähnlich einer Gesangspartitur. Die Noten, nach denen gesungen wird, entsprechen dem Code. Diese Algorithmen, mit denen wir es hier zu tun haben, sind der Code, geschrieben in einer entsprechenden Computersprache. Bei allen Computerprogrammen, zur Textverarbeitung oder Erstellung von Tabellen, handelt es sich um Algorithmen.
Ein Algorist ist ein Künstler, der eigene Algorithmen schreibt, um seine Kunst hervorzubringen. Revolutionär für die Algorists war damals die Möglichkeit, einen Computer für komplexe Berechnungen einzusetzen, die extrem umfangreiche logische Berechnungen erforderten.
So hatte Roman Verostko, als Künstler wie als Theoretiker, schon früh ein großes Interesse an dieser Revolution und ihren Konsequenzen. 1988, im Rahmen des ersten Internationalen Symposiums der elektronischen Künste in Utrecht, hielt er einen wegweisenden Vortrag, in dem er die Analogien zwischen algorithmischen Form-Generatoren in der Kunst und biologischen Prozessen aufzeigte. Der Untertitel Software als Genotyp beschreibt die Kern-Analogie: der Algorithmus des Künstlers, ähnlich dem biologischen Genotyp, enthält den Code, der das Kunstwerk hervorbringt.
Wenn wir uns das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts anschauen, können wir deutlich sehen, dass die algorithmische Revolution geschehen ist. Eine Gruppe von Künstlern hat sich intensiv dem Thema der Entwicklung algorithmischer Verfahren zur Kreation eines individuellen künstlerischen Stils gewidmet. Da die Algorists weitgehend unabhängig von einander arbeiteten, entstanden einzigartige Werkgruppen.
Aufgrund von technischen und ästhetischen Überlegungen entschieden sich Künstler wie Manfred Mohr, Mark Wilson, Hans Dehlinger und Jean-Pierre Hébert für die Tintenstiftzeichnung mit dem Stiftplotter. Ursprünglich wurden diese Zeichenmaschinen für Architekten und Ingenieure entwickelt. Heute sind sie durch Tintenstrahl- und Laserdrucker ersetzt und gänzlich vom Markt verschwunden. Doch einige der Algorists arbeiten nach wie vor mit ihren Plottern, denn der Zeichenarm dieser Maschinen hat eine eigene Nähe zur Hand des Künstlers.
Auszug aus dem Ausstellungskatalog: Roman Verostko – Pearl Park Scriptures von Alice Wagstaff, Hrsg. [DAM] Berlin, 2005.
Nicole Löser
Presse/ Kommunikation
–
[DAM] Berlin
Galerie des Digital Art Museum
Tucholskystrasse 37
10117 Berlin
Tel: 49 30 2809 8135
www.dam.org/berlin
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag 12-18 Uhr
Samstag 12 – 18 Uhr
Anzeige:
Leave a Reply
You must be logged in to post a comment.